Schadensbilanz


Das Ausmaß wirtschaftlicher Schäden durch eine BVDV-Infektion hängt von mehreren Faktoren im Betrieb ab.

  • Herdenstruktur
    Graviditätsstadien, Abkalbefolge, anteilige Altersgruppen, usw.
  • Immunstatus der Tiere
  • Infektionsrisiko
    Anteil PI-Tiere, Hygienefaktoren, Management, Haltungsbedingungen, Tierzukauf
  • Häufigkeit des Schadensereignisses
    Virulenz des Erregers 

Darüber hinaus müssen bei Berechnung einer Schadenskalkulation regionale Unterschiede, unterschiedliche Produktpreise, Kosten für die Entsorgung toter Tiere etc. mit berücksichtigt werden. Weiterhin variierte das Auftreten von Erkrankungen in Abhängigkeit des in einen Bestand eingeschleppten BVDV-Stammes (schwachvirulent vs. hochvirulent). Ausgiebige Schadenskalkulationen wurden vor allem für Fleckviehbetriebe in Bayern von Wolf (1997, 2004) erstellt. Dabei wurde von einer Herdengröße von unter 100 Tieren ausgegangen. Der Gesamtschaden bei der Durchseuchung setzt sich aus der Summe aller Einzelschäden zusammen. 

Schätzung des wirtschaftlichen Verlustes durch einzelne Schadensmerkmale (nach Wolf 2004)

Schadensmerkmal (BVDV-Stämme mit überwiegend subklinischer Infektion)

Graviditätsmonat bei der Infektion

Häufigkeit des Ereignisses bei BVDV-Infektion

Verlust in €

„Grippe" und Diarrhoe bei Jungtieren

-

25 %

25

Umrindern

I

80 %

20

PI-Tier; z.T. MD-Verlust

II – III (IV)

100 %

737

Aborte (incl. Milchverlust etc.)

IV – VII

50 %

671

Kümmerer/Missbildungen

IV – VII

25 %

256

Lebensschwache Neugeborene

VIII - IX

25 %

272



Interessant ist, dass in Abhängigkeit vom Zeitpunkt der letzten Herdeninfektion Schäden zwischen 298 € (schwach virulenter Stamm bei einem PI-Tier in der Herde) und 17700 € (letzte Infektion vor 10 Jahren, hochvirulenter Stamm) auftreten können. Dabei ist anzunehmen, dass der Schaden umso größer ist, je länger die letzte Durchseuchung der Herde zurückliegt, da mehr empfängliche Tiere innerhalb des Zeitraumes nachgewachsen sind. Die höchsten Verluste treten bei der Infektion ungeschützter, tragender Rinder auf. Letztlich hängt das Gesamtaufkommen von Schäden natürlich auch von der Gesamtrinderzahl im Bestand ab, die für eine Infektion empfänglich sind. Je nach Kalbemanagement (saisonal und asaisonal) und Belegungsintervall (Brunstsynchronisation) kann in einem Betrieb ein sehr geringer oder überdimensionaler Schadensfall eintreten.