Definitionen

Der Blutdruck ist definiert als die Herzauswurfleistung multipliziert mit dem totalen peripheren Widerstand in Abhängigkeit vom Herzschlag. Also letztlich der Druck des Blutes gegen die Gefäßwand, der entsprechend vom Herzschlag, dem Widerstand in den kleinen Blutgefäßen, der Elastizität der Gefäßwände der Hauptarterien, der Blutmenge, der Viskosität und der Dichte des Blutes abhängig ist.

Abb.: Ionotropie bei gleicher Ventrikelfüllung

Der physiologische systolische Blutdruck bei der Katze beträgt 110-150 mmHg, der diastolische 55-95 mmHg. Der mittlere arterielle Druck (MAD) wird nach folgender Formel berechnet:

Hypertension ist eine krankhafte, d.h. anhaltend und in mehreren Messungen verifizierbare Erhöhung des systolischen, des diastolischen oder beider Drücke. Demzufolge werden drei Arten der Hypertonie unterschieden (Carr und Egner 2009, Egner 2006b, Brown et al. 2007):

• Isolierte systolische Hypertonie
• Isolierte diastolische Hypertonie
• Gemischte Hypertonie

Die Hypertonie (Bluthochdruck) kann jedoch auch je nach Ursache in verschiedene Formen eingeteilt werden. Die häufigste Form ist eindeutig die sekundäre Hypertonie (≥ 80%). Die Existenz einer primären Hypertonie bei Katzen, wie sie in der älteren Literatur vorkommt (Allgoewer et al. 1997, Henik 1999), wird in der neueren Literatur definitiv abgelehnt (ACIVIM Hypertension Consensus Statement).
Allerdings tritt die idiopathische Hypertonie – bei der keine zu Grund liegende Erkrankung erkennbar ist - nach Brown et al. (2007) häufiger auf als zunächst angenommen, sie mache annähernd 18-20% der Fälle bei Katzen aus.

Laut Egner (2006b) ist allerdings davon auszugehen, dass jede diagnostizierte und verifizierte Hypertension in einer Erkrankung, akutem Schmerz oder Übergewicht begründet liegt. Da die zugrunde liegende Erkrankung (z.B. chronische Niereninsuffizienz) aber häufig erst sehr spät labordiagnostisch nachweisbar ist, werden diese Fälle häufig als idiopathisch eingestuft.