Lexikon
Begriff | Erläuterung |
Abort | Abgang einer nicht lebensfähigen Frucht vor Erreichen der unteren Grenze der physiologischen Tragezeit. |
Abprobieren | Das Heranführen eines Hengstes an eine Stute zum Überprüfen der Paarungsbereitschaft. |
Abschlagen | Die abprobierte Stute schlägt den Hengst ab, da sie nicht paarungswillig ist. |
Analogon | Ein synthetisch hergestellten Stoff, der im Organismus die gleiche Wirkung hat wie ein natürlicher Stoff. |
Anamnese | Vorbericht über ein Krankheitsgeschehen und dessen Begleitumstände. Teil einer systematischen Untersuchung. |
Anöstrus | Fehlen des Sexualzyklus und des Befruchtungsvermögens. Die Ursachen können pathologischer oder physiologischer Natur sein. |
Antikörper | Serumproteine, die aufgrund ihrer elektrophoretischen Eigenschaften zu den Gamma-Globulinen (Ig) gezählt werden. Häufig als Immunglobuline bezeichnet. Es gibt fünf Hauptarten: IgG, IgM, IgA, IgD, IgE und speziesspezifische Unterklassen (z.B. IgG1). Sie werden auf einen immunogenen Reiz hin gebildet und reagieren spezifisch mit dem Antigen, das ihre Bildung indiziert hat. |
Aufeutern | Vergrößerung und Ödematisierung des Euters auf Grund der Milchbildung kurz vor der Geburt. |
Autolyse | Selbstverdauung, Selbstauflösung |
CEM (Contagious equine metritis) | kontagiöse Pferdemetritis (ansteckende Gebärmutterentzündung) |
Chromosomenaberration | Veränderung im Aufbau oder in der Zahl der Chromosomen |
Corpora lutea auxiliaria | Hilfsgelbkörper Progesteron synthetisiernde Gelbkörper, die jedoch nicht aus dem ovulierten Follikel hervorgegangenen sind. |
Corpus luteum | Gelbkörper Bildet sich periodisch im Verlauf des Sexualzyklus aus dem ovulierten Follikel (Graaf’scher Follikel) und synthetisiert Progesteron. |
Diöstrus | Interöstrus Zeitraum während zwei Östrusphasen, in der keine äußeren und inneren Brunstsymptome erkennbar sind. |
EHV | Equines Herpesvirus (Alphaherpesvirinae). Die Subtypen EHV 1-4 rufen beim Pferd verschiedene Erkrankungen hervor. EHV1: Aborte, neurologische Erkrankungen EHV3: Deckexanthem EHV4: Erkrankungen der oberen Atemwege (Rhinopneumonitisvirus) |
Embryotrophe | Uterinmilch |
Endogen | Im Körper entstehend |
Endometriose | Degenerative Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut, die sich negativ auf die Fertilität auswirken. |
Endometrium | Schleimhaut des Uterus (Gebärmutter) |
Epidemiologie | Wissenschaftszweig, der sich mit der Verbreitung von Krankheiten, meist Infektionskrankheiten, befasst. Hierbei wird besonders die Verteilung und die Häufigkeit der Erkrankung, die ätiologischen Faktoren, die Pathogenese und die Übertragungswege berücksichtigt. |
Erhaltungsbedarf | Energetischer bzw. stofflicher Bedarf, bei dem sich das Erhaltungsgleichgewicht einstellt. |
EVA | Equine Virusarteritis Durch das equine Arteritisvirus hervorgerufene akute fieberhafte Allgemeinerkrankung bei Pferden, die bei Stuten auch einen Abort verursachen kann. Typische klinische Symptome sind Konjunktivitis, Nasenausfluss und generalisierte Gefäßnekrosen. Durch letztere kann es zu Ödemen an den Gliedmaßen, Brust und Unterbauch kommen. Auch Störungen des Magen-Darm-Traktes sind häufig zu beobachten. |
Fertilität | Fruchtbarkeit |
Fetus | Frucht |
Fohlenrosse | Erste Rosse nach der Geburt, tritt meist innerhalb von 5-12 Tagen auf. |
Follikel | Eiblase, die die Einzelle (Oozyt) enthält. |
Follikelwelle | Wellenförmige Anbildung einer Gruppe von Follikeln im Rahmen des Sexualzyklus. Jedoch entwickelt sich i.d.R. nur einer zum Tertiärfollikel (Graaf’scher Follikel), der letztlich ovuliert. |
Fortpflanzungsstörung | Verlust oder Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit bzw. Minderung der Fortpflanzungsleistung hinsichtlich der Nachkommenzahl und der zeitlichen Folge der Geburten. Als Ursachen kommen endogene als auch exogene Faktoren in Betracht. |
FSH | Follikelstimulierendes Hormon Hypophysäres Gonadotropin, das die Ovarien bzw. die Hoden als Zielorgan hat. Im Ovar stimuliert FSH die Proliferation der Granulosazellen und somit das Follikelwachstum und die Follikelreifung. Im Hoden spielt FSH u.a. eine Rolle für die Spermatogenese. |
Graaf’scher Follikel | Präovulatorischer Tertiärfollikel Die Eiblase ist mit einer proteinreichen Flüssigkeit gefüllt. Die Eizelle ist in den so genannten Eihügel, der leicht in das Follikellumen hervorsteht, eingebettet. |
Gelbkörper | Corpus luteum |
Geschlechtsreife | Entwicklungszustand eines Tieres, in dem die Geschlechtsorgane voll funktionsfähig sind. |
Gestagene | Steroidhormone, die u.a. für die Aufrechterhaltung der Trächtigkeit verantwortlich sind. Die stärkste Wirkung unter den natürlichen Gestagenen hat Progesteron. |
GnRH | Gonadotropin releasing Hormon Das Hormon wird im Hypothalamus gebildet und pulsatorisch freigesetzt. Es bewirkt die Freisetzung der hypophysären Gonadotropine LH und FSH sowie die Proliferation der gonadotropen Zellen. |
Gynäkologie | Frauenheilkunde Abgeleitet von gyne=Frau. In der Veterinärmedizin wird der Begriff Sinnbildlich für Weibchen, weiblich benutzt. |
hCG | Human chorionic gonadotropin Schwangerschaftshormon der Frau und verschiedener Primaten, das die Umbildung des zyklischen Gelbkörpers zum Schwangerschaftsgelbkörper bewirkt. Es hat außerdem eine vergleichbare biologische Wirkung wie LH, die jedoch länger anhält, weshalb es bei verschiedenen Indikationen im Bereich der Fruchtbarkeit eingesetzt wird. |
Indikation | Grund für die Durchführung gezielter diagnostischer, therapeutischer und prophylaktischer Maßnahmen und Verfahren bei einer Erkrankung. |
Infektion | Eindringen, Haften und Vermehren eines infektiösen Agens in einen Wirtsorganismus unter Auslösung einer Reaktion. |
Insuffizienz | Störung, Schwäche, unzureichende Leistung |
Klitoris | Kitzler Homologon der Glans penis der männlichen Tiere, allerdings enthält die Klitoris nur bei der Stute erektiles Gewebe. Lage: kaudal im Vestibulum. |
Klystier | Darmausspülung, Darmeinlauf, Darminfusion Das Ziel ist die Entleerung und/oder die Reinigung des Enddarms. |
kontaminiert | verunreinigt |
Konzeption | Befruchtung |
Konzeptus | Das Ergebnis der Befruchtung |
Konzeptionsrate | Befruchtungsrate |
Laktation | Milchproduktion |
LH | Luteinisierendes Hormon Hypophysäres Gonadotropin, das gemeinsam mit FSH zur Follikelreifung beiträgt. Es ist unverzichtbar für die Ovulation. Nach der Ovulation ist es für die Bildung und die Erhaltung des Gelbkörpers verantwortlich. |
Lutealphase | Gelbkörperphase während des Sexualzyklus |
luteinisiert | Mit Luteinzellen ausgekleidet |
Luteolyse | Auflösung des Gelbkörpers |
maternal | Mütterlich, zur Mutter gehörend |
Morphologie | Wissenschaft vom Bau und von der Gestalt der Tiere und ihrer Organe. |
Mortalität | Sterblichkeit |
Myometrium | Muskulatur der Gebärmutter (Tunica muscularis uteri); |
Nachgeburt | Umfasst Teile der Plazenta fetalis (Mutterkuchen) mit den Eihüllen und dem Rest des Nabelstranges. Bei manchen Arten gehören auch abgestoßene Anteile des Endometriums dazu. Die Nachgeburt wird innerhalb einer für die Tierarzt spezifischen Zeitspanne nach der Geburt durch Kontraktion der Uterusmuskulatur vom Endometrium getrennt und ausgestoßen. |
NSAID | Nicht-steroidale Antiphlogistika Die nicht-steroidalen Antiphlogistika (NSAID) sind Entzündungshemmer (Antiphlogistika). Sie beeinflussen die Bildung und die Freisetzung von Entzündungsmediatoren (Zyklooxygenase, Prostaglandinsynthese), ohne eine Immunsuppression zu verursachen. |
Ödem | 1. Gewebsschwellung, hervorgerufen durch die Einlagerung von Wasser in das Gewebe bei erhöhtem hydrostatischem Druck (Stauungsödem) oder erniedrigtem onkotischen Druck. |
oral | Zum Munde (zur Mundhöhle) gehörig, mündlich, durch den Mund, vom Mund her, zum Mund hin. |
Organogenese | Abschnitt der Ontogenese (Individualentwicklung), der durch die weitere Differenzierung und Herausbildung der Organe und Körperteile gekennzeichnet ist. Hierbei unterscheidet man die Morphogenese und die Histogenese. |
Östradiol-17ß | Zur Gruppe der Östrogene gehörendes Hormon, das u.a. zur Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen angewendet wird. Östradiol-17ß ist das am stärksten wirksame natürliche Östrogen. Es entsteht unter der Einwirkung von FSH in den Granulosazellen des reifenden Ovarialfollikels aus Testosteron. |
Östrus | Brunst |
Ovar | Weibliche Keimdrüse |
Ovulation | Eisprung |
Oxytocin | In den Neuronen des vorderen Hypothalamus gebildetes Hormon. Der primäre Wirkungsort des Oxytocins ist die Milchdrüse, wo es die Milchejektion bedingt. Außerdem verstärkt es die spontane Kontraktilität des unter Östrogeneinfluss stehenden Myometriums. Die Freisetzung von Oxytocin wird zum einen durch die taktile Reizung sensibler Nervenendigungen in der Mamma (Zitzenspitzen) hervorgerufen. Zum anderen wird die Ausschüttung durch die mechanische Reizung des weiblichen Genitaltraktes während der Geburt (Austreibungsphase) bewirkt. |
p.p. | post partum |
pathogen | krankmachend |
persistierend | Feststehend, fortdauernd, verharrend, unverändert bleibend, stehen bleibend. |
Phänotyp | Erscheinungsbild, Erscheinungstyp |
Plazenta | Selektive permeable Barriere zwischen fetalem und maternalem Kreislauf, Stoffaustauschorganen sowie zwischen Mutter und Frucht. Die Plazenta verhindert in Abhängigkeit von der Art der Plazentation den Übertritt von Makromolekülen. Die Plazenta setzt sich aus einem fetalen Anteil mit Zotten (Chorionzotten) und dem maternalen Endometrium zusammen. |
Plazentitis | Entzündung der Plazenta. |
Polyöstrisch | Im Laufe eines Jahres in regelmäßigen Abständen auftretender Brunst- bzw. Sexualzyklus. |
Progesteron | Gelbkörperhormon |
Prostaglandine | Fettsäuren aus der Gruppe der Eicosanoide. |
Pubertät | Eintritt der Geschlechtsreife. |
rektal | Das Rektum (Mastdarm) betreffend. |
restriktiv | Beschränkend, einengend, zurückhaltend |
Rossefollikel | Graaf’scher Follikel |
Rossesymptome | In der Rosse sind bei Stuten i.d.R. typische innere und äußere Rossemerkmale zu beobachten. Innere: Schlaffe Zervix, 1-2 fingerbreit geöffnet, Vaginalschleimhaut ist feucht und rosarot, es findet sich vermehrter, weniger visköser Zervikalschleim. Auf einem der Ovarien befindet sich ein Rossefollikel. Äußere: Die Stute duldet einen Hengst in ihrer Nähe bzw. drängt sie sogar in seine Nähe. In Gegenwart eines Hengstes blitzt sie mit der Klitoris und sondert mit Harn vermengten Schleim in kleinen Mengen ab. |
Septikämie | Blutvergiftung |
seronegativ | Kurzbezeichnung auf Befunden für den negativen Ausfall einer serologischen Reaktion. |
Sexualzyklus | Als Sexualzyklus auch Brunstzyklus werden die periodisch wiederkehrenden Veränderungen an den weiblichen Geschlechtsorganen bei Säugetieren bezeichnet. Der Sexualzyklus wird in verschiedene Phasen unterteilt: Proöstrus |
sonografisch | Mit Hilfe von bildgebenden Verfahren sichtbar gemachte Strukturen |
Spekulum | Röhren-, trichter- oder spatelförmiges Instrument zur Betrachtung von Organen, Körperhöhlen usw., die mit bloßem Auge nicht oder nicht ausreichend inspiziert werden können. |
Status präsens | Gegenwärtiger Zustand, klinischer Befund. |
Synchronisation | Herstellen von Gleichzeitigkeit |
Synchronizität | Das Wort Synchronizität ist abgeleitet von griechisch synchron, gleichzeitig und bedeutet soviel wie Gleichzeitigkeit. In der Medizin beschreibt es den Grad der Gleichzeitigkeit im Zyklusgeschehen verschiedener Individuen. |
Trächtigkeitsrate | Prozentualer Anteil der nach dem für die Tierart gebräuchlichen Untersuchungsmethoden nachweisbar tragenden Zuchttiere an der Anzahl belegter Tiere. Auswertbar ist ein weibliches Tier dann, wenn das Ergebnis tragend oder nicht tragend bekannt ist. Die Berechnung erfolgt tierartenspezifisch. |
Tupferprobe | Genitalsekretprobe Gewinnung von Sekreten aus dem Genitaltrakt bzw. aus den akzessorischen Geschlechtsdrüsen ohne sekundäre Verunreinigungen für eine mikrobiologische, parasitologische oder serologische Untersuchung. Häufig werden dazu Tupfer verwendet. |
Ultraschalldiagnostik | Nicht invasives bildgebendes Verfahren unter Nutzung von Ultraschall zu diagnostischen Zwecken. Das Bild entsteht durch die Reflexion der Ultraschallwellen an den Grenzflächen zwischen unterschiedlichen Gewebestrukturen und zwischen Gewebe und Luft bzw. Flüssigkeit. |
Uterus | Gebärmutter Implantations- und Entwicklungsort der befruchteten Eizelle. Die Haussäugetiere besitzen einen Uterus bicornis, der das Cavum uteri umgibt. |
Vaginal | Zur Vagina (Scheide) gehörend. |
Zuchtreife | Entwicklungszustand eines Tieres, ab dem es zur Zucht geeignet ist. Die Zuchtreife ist nicht mit der Geschlechtsreife identisch. |
Zyklusruhe | Aussetzen des Sexualzyklus. Bei Tieren häufig artspezifisch saisonal auftretend. |
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