Coronavirus-Infektion

Das canine Coronavirus (CCV) ist in den Hundepopulationen weit verbreitet und kann bei den Tieren eine Darmentzündung mit überriechendem, wässrigem und blutigem Durchfall verursachen, der dem der Parvovirose sehr ähnlich ist. Bei Welpen ist CCV neben dem Parvovirus die zweithäufigste virale Ursache für Durchfall. Es sind jedoch Hunde aller Altersgruppen und Rassen für das CCV empfänglich (Appel 1987). Eine wesentlich schwerere Enteritis mit oft tödlichem Ausgang wird außer bei Welpen auch bei Hunden beschrieben, bei denen Mischinfektionen mit Corona- und Parvoviren vorliegen (Pratelli 2000).
Neben gastrointestinalen Symptomen rufen Coronaviren aber auch respiratorische Symptome sowie Krankheiten des zentralen Nervensystems, Entzündungen des Bauchfells (Peritonitis) und granulomatöse Entzündungen der inneren Organe hervor (Czerny 1994). Auch wird das Virus häufig bei Hunden mit chronischen Durchfällen nachgewiesen.
Es ist jedoch auch ein symptomloser Verlauf möglich, wobei solche Tiere das Virus zwischen 3 und 14 Tage nach der Infektion mit dem Kot ausscheiden und so weiter verbreiten können. In der Umwelt kann das Virus bedingt überleben. Sonne und Wärme wirken sich negativ, Kälte und Feuchtigkeit positiv auf die Überlebensdauer des Virus in der Umwelt aus (Suter und Hartmann 2006). Eine durch eine Infektion erworbene Immunität schützt nur ungenügend gegen eine Reinfektion (Suter und Hartmann 2006).
Die Infektion erfolgt durch Kontakt mit infiziertem Kot sowie durch direkten Kontakt zu infizierten Tieren. Ein Zusammentreffen vieler Hunde aus verschiedenen Zwingern/Einrichtungen begünstigt das Angehen einer Infektion mit klinischen Symptomen. So liegt die Antikörperprävalenz von Wohnungshunden nach Suter & Hartmann (2006) bei bis zu 54%, die von Zwingerhunden fällt mit bis zu 80% dagegen deutlich höher aus.
CCV wird fast ausschließlich oral aufgenommen, passiert unbeschadet den Magen und besiedelt anschließend die oberen 2/3 der Dünndarmzotten sowie in geringem Ausmaß die des Dickdarms. In den Epithelzellen der Zotten vermehrt sich das Virus dann sehr schnell, wodurch es zu einer Zottenathrophie bei intakten Krypten kommt. Dadurch werden die Verdauungs- und Resorptionsvorgänge maßgeblich gestört. Es kommt zu einer Hypersekretion (Czerny 1994) in Folge einer osmotischen Diarrhoe, die 18 - 72 Stunden nach Infektion auftritt und einige Tage anhält (Pratelli 2000). Je nach dem wie ausgedehnt der Dünndarm geschädigt ist, desto heftiger ist auch der typischerweise grünliche und/oder blutige Durchfall. Nicht selten tritt starke Dehydratation auf (Pratelli et al. 2001). Die Körpertemperatur ist in den meisten Fällen nicht oder nur wenig erhöht (Appel et al. 1978). Eine Virämie und eine generalisierte Infektion wurden bisher nicht nachgewiesen.
Eine massive CCV-Infektion ist klinisch nicht von einer Parvovirose zu unterscheiden. Bei CCV ist jedoch im Unterschied zur Parvovirose zu keinem Zeitpunkt der Infektion eine Leukopenie labordiagnostisch feststellbar (Suter und Hartmann 2006).
Im weiteren Verlauf hindern die gebildeten Antikörper die weitere Vermehrung des CCV im Dünndarm und unterbinden so ein Fortschreiten der Infektion (Tennant et al. 1991). Ungefähr sieben Tage nach der Infektion erlangt der Dünndarm eine völlige Wiederherstellung der Zotten. Im weiteren Verlauf der Genesung nimmt die Menge an ausgeschiedenem Virus immer mehr ab (Pratelli 2000).
Allerdings begünstigt die virale Schädigung der Dünndarmschleimhaut das Entstehen bakterieller Sekundärinfektionen, die rechtzeitig mit Antibiotika behandelt werden sollten. Hunde mit einem erhöhten Infektionsrisiko (Welpen, Zuchthündinnen, Tiere mit viel Kontakt zu Artgenossen und bei Belastung/Stress) sollten deshalb vorsorglich gegen CCV geimpft werden. Dazu steht von der Firma Intervet u.a. ein auch verschiedene Core-Komponenten (Staupe-, Adeno-, Parvo- und Parainfluenzavirus sowie Leptospiren) enthaltender Impfstoff zur Verfügung, der ab der 6. Lebenswoche angewendet werden kann.
Die Grundimmunisierung besteht aus zwei Impfungen im Abstand von jeweils vier Wochen. Die Impfung sollte bei weiter bestehendem, hohem Infektionsrisiko jährlich aufgefrischt werden.
Merke:
Das canine Coronavirus (CCV) ist weltweit in der Hundepopulation verbreitet und kann bei Welpen und bei Tieren mit einem hohen Infektionsrisiko zu schweren Darmerkrankungen, u.U. mit Todesfolge führen. Daher sollten besonders exponierte Tiere gegen CCV geimpft werden, wofür ein Impfstoff von der Firma Intervet zur Verfügung steht.
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