Lexikon
Begriff | Erläuterung
|
Aktive Immunisierung | Erzeugen einer langfristigen Immunität durch eine gezielte Verabreichung von abgeschwächten Antigenen, die jedoch keine Erkrankung verursachen können. Die Antigene führen zur Bildung spezifischer Antikörper und zur Ausbildung langlebiger Gedächtniszellen.
|
Antibiotika | Sammelbegriff für bestimmte Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen, Streptomyzeten oder Bakterien und deren (semi)synthetischer Derivate mit bakteriostatischer oder bakterizider Wirkung.
|
attenuiert | Gezielte künstliche Abschwächung oder Aufhebung der krankmachenden Wirkung des verwendeten Krankheitserregers unter Erhalt seiner Vermehrungsfähigkeit.
|
Enzootie | Infektionskrankheit bei Tieren, die durch eine permanente Aktivität in einem relativ begrenzten Territorium gekennzeichnet ist.
|
Futterzusatzstoffe | Durch die Verordnung (EG) Nr. 1831/2003 definierte Stoffe, Mikroorganismen oder Zubereitungen, die keine Futtermittelausgangserzeugnisse sind und bewusst Futtermitteln oder Wasser zugesetzt werden, um insbesondere eine oder mehrere der nachfolgend genannten Funktionen zu erfüllen. Ein Futtermittelzusatzstoff darf sich nicht schädlich auf die Gesundheit von Tier und Mensch oder auf die Umwelt auswirken, darf den Verbraucher nicht irreführen und muss
|
Glykoprotein | Ein Protein (Eiweiß), das einen Zuckerrest besitzt.
|
Immunität | Erworbener Schutz eines Organismus gegen Krankheitserreger, der durch das Vorhandensein spezifischer Antikörper und spezifischer T-Lymphozyten gekennzeichnet ist. Daneben verfügt der Organismus über den unspezifischen, angeborenen Abwehrmechanismus (Resistenz).
|
Infektionsdosis | Die zum Angehen einer Infektion notwendige Dosis.
|
Infektionsdruck | Der Infektionsdruck wird durch die Anzahl der Erreger im Kontaktbereich (Umgebung) eines empfänglichen Individuums bestimmt.
|
Infektiosität | Fähigkeit eines Erregers, einen Wirt zu infizieren. Sie ist somit abhängig von den Virulenz- und Pathogenitätsfaktoren und damit von der Fähigkeit eines Erregers zum Anheften, Eindringen und Infizieren eines Wirtes.
|
Inkubationszeit | Zeitspanne zwischen dem Zeitpunkt Ansteckung (Infektion) und dem Auftreten der ersten klinischen Krankheitssymptome. Sie ist bei den verschiedenen Infektionskrankheiten unterschiedlich lang (zwischen wenigen Stunden bis mehrere Wochen, in Ausnahmefällen Monate bis Jahre). Sie ist abhängig vom Wirt, seiner Disposition und der spezifischen und unspezifischen Abwehr sowie von Art und Virulenz des Erregers und der Befallsstärke (Infektionsdosis).
|
Intestinal | zum Darm gehörend, den Darm betreffend
|
Ionophore | Polyether-Antibiotika, die mit verschiedenen anorganischen Kationen reversibel Chelate oder andere Komplexe bilden. Sie bewirken Störungen im Kationenhaushalt lebender Zellen und können auf Grund ihrer Eigenschaft als Ionen-Carrier auch sonst undurchlässige biologische Membranen passieren.
|
Kreuzimmunität | Fähigkeit der Antikörper, neben den homologen Antigenen auch heterologe, ähnliche Strukturen zu binden. Die Intensität der Kreuzreaktivität lässt Rückschlüsse über den immunologischen Verwandtschaftsgrad von Erregern zu.
|
Lebendimpfstoff | Impfstoff aus vermehrungsfähigen, jedoch abgeschwächten Keimen.
|
Morbidität | Erkrankungsziffer, Erkrankungshäufigkeit
|
Mortalität | Sterblichkeit
|
Nekrose | Absterben von Zellen und Gewebe
|
Nekrotische Enteritis | Eine durch Clostridium perfringens hervorgerufene Darmerkrankung, die mit einer Zerstörung der Darmschleimhaut mit entsprechenden Folgen und wirtschaftlichen Verlusten einhergeht. Häufig geht der nekrotischen Enteritis eine Kokzidien-Infektion voraus, wodurch die Darmschleimhaut bereits vorgeschädigt wird. Daraufhin steigt die Schleimproduktion stark an. Dies ist eine optimale Voraussetzung für unkontrolliertes Wachstum von Bakterien. Die Bakterien reagieren auf die veränderten Lebensbedingungen, indem sie vermehrt Toxine ausscheiden und sich schnell vermehren. Die Toxine zerstören die Darmzellen, was wiederum zur Ausbildung von klinischen Symptomen führt. Vorbeugende Maßnahmen gegen eine Kokzidiose verringert auch das Risiko der bakteriellen Enteritis.
|
Oozyste | Mikroskopisch sichtbares Entwicklungsstadium von Sporentierchen.
|
Osmotisches Gleichgewicht | Zustand des Konzentrationsausgleich im Rahmen des Osmose. Das osmotische Gleichgewicht ist dann erreicht, wenn genau so viele Wassermoleküle durch die semipermeable Membran von der einen zur anderen Seite und umgekehrt wandern.
|
pathogen | Krankmachend.
|
Pathogenität | Fähigkeit eines auf den Körper einwirkenden Einflussfaktors, eine Krankheit auszulösen Gesamtheit der krankmachenden Eigenschaften eines Erregers.
|
pathognomonisch | krankheitsbezeichnend, für eine Krankheit kennzeichnend
|
Reinfektion | Erneute Ansteckung mit dem/den selben Erreger(n) nach erfolgter Eliminierung des/der Erreger(s) einer vorangegangenen Infektion.
|
Resistenz | Unempfindlichkeit.
|
Rotationsprogramm | Begriff aus der Geflügelfütterung, mit der der Einsatz von bestimmten Futtermitteln bzw. Futterzusatzstoffen über einen längeren Zeitraum mit anschließendem Wechsel gemeint ist.
|
Shuttleprogramm | Begriff aus der Geflügelfütterung. Bei der Langmast wird im Mittelmastperiode ein anderes Antikokzidiostatikum als in der Anfangsmast verwendet, um die Resistenzbildung zu verringern.
|
Sekundärinfektion | Zweitinfektion.
|
Sporozoit | Infektiöses Stadium bestimmter Parasiten. Sie befinden sich in der so genannten Oozyste, die mit dem Kot in die Umwelt ausgeschieden wird. Nach der oralen Aufnahme durch den Wirt werden die Sporozoiten im Darm frei gesetzt und dringen in die Darmschleimhaut ein, wo sie mit der asexuelle und sexuelle Phase der Reproduktion beginnen.
|
Sporozyste | Entwicklungsstadium von Sporozoen
|
Subklinisch | Mit klinischen Untersuchungsmethoden nicht erfassbare Erkrankungen.
|
Totimpfstoff | Impfstoff, der aus abgetöteten Krankheitserregern besteht.
|
Toxizität | Giftigkeit.
|
virulent | Menge krankheitsauslösender Faktoren eines pathogenen Mikroorganismus. Die Virulenz hängt jeweils vom Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Infektionsdosis, Infektionsweg, Ansteckungspotenzial, Infektiosität und Toxizität ab. Anmerkung: Im Sprachgebrauch wird die Virulenz häufig mit der Pathogenität gleichgesetzt.
|
Wir über uns
