Bedeutung

Kälberkrankheiten
Die Enzootische Bronchopneumonie (EBP, Crowding disease, Shipping fever), die im allgemeinen auch Kälber- oder Rindergrippe genannt wird, ist längst keine Einzelerkrankung mehr. Sie verursacht mittlerweile neben Durchfallerkrankungen die größten
Verluste in der Kälberaufzucht und stellt weltweit ein enormes Problem für Kälber und Landwirte dar. Der Anteil der Atemwegserkrankungen an den Kälberkrankheiten wird mit größer als 60 Prozent angegeben.
In Kälbermastbetrieben stellen Erkrankungen der Kälber oft ein Bestandsproblem mit enzootischem Verlauf dar. Sie sind häufig auf Ernährungs- und Haltungsmängel sowie ungenügende Ausbildung der Immunität bei Kälbern zurückzuführen.
Ist die Krankheit in einem Betrieb erst ausgebrochen, lässt sich eine Ausbreitung und ein schnelles Umsichgreifen der Krankheit kaum mehr verhindern.
Wirtschaftliche Verluste
Erhebungen aus dem Jahre 1995 in den USA haben ergeben, dass 28 Prozent aller Ausfälle in der Rinderproduktion in den Vereinigten Staaten auf respiratorische Erkrankungen zurückzuführen sind. Das bedeutet Verluste von rund $ 478 Millionen.
Statistiken aus dem Jahre 1992 zufolge, waren die Verluste mit über $ 600 Millionen noch höher. Neuste Schätzungen gehen sogar von Schäden von 1-3 Milliarden Dollar jährlich alleine für Nordamerika aus.
Wirtschaftliche Verluste entstehen zum einen direkt durch Todesfälle und Kümmerer sowie durch Therapie- und Tierarztkosten. Indirekte Verluste ergeben sich u.a. durch zu leistende Mehrarbeit (Betreuung kranker Kälber, Desinfektion der Stalleinrichtungen, höherer Futterbedarf) und geringere Erlöse aufgrund von geminderter Fleischqualität oder eingeschränkter Leistungsfähigkeit (Milchleistung, Erstkalbealter). Etwa 60 bis 70 Prozent der Gesamtverluste im Tränkekälberalter gehen auf Pneumonien zurück.
In einer Mitte der 90er Jahre durchgeführten Studie wurde ermittelt, dass jedes an EBP erkranktes Kalb oder (Jung)-Rind den Landwirt etwa 110,- DM (~ 55,- €) kostet. Andere Autoren sehen die wirtschaftliche Problematik vornehmlich in den durch die Atemwegserkrankung im Tränkkälberalter hervorgerufene anhaltende verringerte Gewichtszunahme.
Erhebungen haben ergeben, dass an Pneumonie erkrankte Kälber zwischen 3 und 13 Prozent geringere Lebendmassezunahmen aufweisen. Diese verringerte sich sogar zwischen 5 und 27 Prozent gegenüber gesunden Artgenossen, wenn die Kälber außer einer Pneumonie auch noch Durchfall aufwiesen.
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