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Deutschland ist Ferkelimporteur Nummer 1
Deutschland ist weltweit der größte Ferkelimporteur. Der Ferkelbedarf in Deutschland liegt derzeit bei über einer Million Schweinen pro Woche. Dieser Bedarf kann nur zu einem Teil durch das inländische Ferkelangebot gedeckt werden. Im laufenden Jahr werden Deutschlands Schweinemäster voraussichtlich über zehn Millionen Ferkel importieren müssen. Das geht aus Schätzungen der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) hervor, wie Agrarheute.com schreibt.
Agrarheute.com
AMI
Spanien: Katalonien verbietet Stierkampf
Das Parlament von Katalonien hat am vergangenen Mittwoch das Verbot von Stierkämpfen ab dem Jahr 2012 beschlossen. 68 Abgeordnete votierten in Barcelona für das Verbot, 55 stimmten dagegen. Zudem gab es neun Enthaltungen. Katalonien ist damit die erste Region auf dem spanischen Festland, die Stierkämpfe untersagt. Die Gegner der Tradition rechnen mit einer Signalwirkung und wollen nun das Verfassungsgericht in Madrid anrufen. Sie befürchten Millionen-Einbußen. In Spanien werden jedes Jahr bis zu 40.000 Stiere bei Kämpfen getötet. Die Branche setzt rund 1,5 Milliarden Euro um. Tierschützer hatten sich bereits seit vielen Jahren für ein solches Verbot eingesetzt. Die Tierschutzinitiative Prou! (Es reicht!) hatte schließlich Ende vergangenen Jahres 180.000 Unterschriften für ein Volksbegehren zur Abschaffung des Stierkampfes gesammelt und einen Antrag im Parlament gestellt.
dpa
28.07.2010
aid-Heft zur Schweinehaltungshygieneverordnung überarbeitet
Die Schweinehaltungshygieneverordnung (SchHaltHygV) regelt die verbindlichen Vorgaben zur Stallhygiene und zur Abschottung der Tiere nach außen. Das jetzt neu überarbeitete aid-Heft "Schweinehaltungshygieneverordnung - Fragen und Antworten für die Praxis" fasst die Inhalte der Verordnung leicht verständlich für Landwirte zusammen. Es wird erläutert, für welche Betriebe die Regelungen gelten und es werden Fragen zu Transport, betriebseigenen Kontrollen, Stallreinigung und Desinfektion, zusätzlichen Anforderungen an Zuchtbetriebe und zur Dokumentation der tierärztlichen Untersuchungen beantwortet. Weiterhin werden konkrete Maßnahmen zur Abschottung der Bestände, etwa die Anforderungen bei Zu- und Abgängen oder die Frage, ob betriebsfremde Personen die Stallungen betreten dürfen, behandelt. Das aid-Heft bietet Schweinehaltern einen schnellen Überblick zu den geltenden Regelungen.Tierärzte können sich in einem eLearning-Grundkurs über die SchHaltHygV informieren und das vom Gesetzger für Tierärzte, die Schweinebestände betreuen wollen, geforderte "besondere Fachwissen" in den Bereichen einschlägiger tierseuchenrechtlicher Vorschriften, seuchenprophylaktischer undbetriebshygienischer Maßnahmen und der Epidemiologie erwerben.
aid
eLearning-Grundkurs Schweinehaltungshygiene-VO
Sachsen will Viehbestand weiter vergrößern
Sachsen will die Tierproduktion im Land weiter ausbauen. Darauf hat Landwirtschaftsminister Frank Kupfer beim Besuch mehrerer landwirtschaftlicher Betriebe im Raum Großenhain hingewiesen, wie Agrarheute.com berichtet. Der Freistaat habe seit 2007 insgesamt 632 Projekte zur Verbesserung der Haltungsbedingungen mit 45,7 Millionen Euro unterstützt. Das Volumen der damit geförderten Gesamtinvestitionen betrage rund 120 Millionen Euro. "Für die Erzeugung von Milch und Eiern, von Rind- und Schweinefleisch im ländlichen Raum Sachsens sprechen gute Gründe", erklärte Kupfer. Sie sichere die Existenz landwirtschaftlicher Betriebe und sei damit wichtiger Arbeitgeber im ländlichen Raum. Er forderte die Bevölkerung auf, Neuinvestitionen in der Tierproduktion aufgeschlossen gegenüber zu stehen. Der aktuelle Viehbestand sei in Sachsen verglichen mit anderen Bundesländern noch niedrig. Bezogen auf die landwirtschaftliche Nutzfläche liegt der Viehbesatz im Freistaat bei 0,56 Großvieheinheiten (GV) pro Hektar, deutschlandweit sind es 0,8 GV/ha.
Agrarheute.com
27.07.2010
FAO plant neues Programm zur Tierseuchenbekämpfung
Die UN-Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) hat aufgrund der steigenden Tierzahlen ein neues Programm zur Vorbeugung und Bekämpfung von Tierseuchen angekündigt. Gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) habe man das auf fünf Jahre ausgelegte Programm "One Health" (Eine Gesundheit) entwickelt, teilte die FAO am Montag mit. So sollen in Asien, Afrika und Südamerika Früherkennungssysteme für Tierkrankheiten aufgebaut werden. Außerdem soll der Ausbau ausreichender Bekämpfungskapazitäten und wirksamer Bekämpfungsstrategien unterstützt werden. Denn immer wieder würden Krankheiten vom Tier auf den Menschen übertragen. Vogel- und Schweinegrippe sowie die Lungenkrankheit SARS haben in den vergangenen Jahren zahlreiche Menschen das Leben gekostet und die Gesundheitsbehörden beschäftigt. Aber auch reine Tierseuchen kosten Regierungen und Bauern Milliarden wie z.B. der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Großbritannien im Jahr 2001. Dieser habe staatliche und private Stellen bis zu 25 Milliarden Euro gekostet. Außerdem werde bis zum Jahr 2020 die Zahl der zur Fleischproduktion gehaltenen Tiere um 50 Prozent zunehmen, schätzt die FAO. Damit stiegen im Falle einer Tierseuche nicht nur die Kosten, sondern es drohten auch Engpässe bei der Nahrungsmittelversorgung.
FAO
26.07.2010
Dauerhaft hohe Ozonwerte schädigen scheinbar das Herz
US-Forscher vermuten aufgrund einer Studie an Ratten, dass dauerhaft erhöhte Ozonwerte das Herz schädigen können. Sie setzten dafür Ratten mehrere Wochen lang täglich acht Stunden einer erhöhten Ozon-Konzentration aus. In der Folge fanden sie bei den Tieren stark erhöhte Werte des Tumornekrosefaktors-Alpha, ein Indikator für Entzündungsprozesse am Herzen. Außerdem fanden sie einen Rückgang der Konzentration des Proteins Caveolin-1, das das Herz vor dem programmierten Zelltod schützt. Bodennahes Ozon wird in heißen Sommern aus Stickoxiden gebildet.
ddp
Überdurchschnittliche viele Infektionen mit dem Hanta-Virus
In das St. Marienhospital in Vechta sind in der vergangenen Woche drei junge Männer mit Nierenversagen aufgrund einer Infektion mit dem Hanta-Virus eingeliefert wirden. Das berichtet die Oldenburgische Volkszeitung in ihrer Ausgabe vom Montag (26.7.2010). Das Virus wird von Rötelmäusen (Waldmühlmaus) auf Menschen übertragen. Die drei Männer hatten als Handwerker in einem Schweinestall gearbeitet, ein Gartenhäuschen sauber gemacht beziehungsweise einen Dachboden gereinigt, wobei sie sich mit dem Virus infiziert haben. Das Virus wird von den Mäusen über Urin, Kot oder Speichel ausgeschieden. Die Infektion des Menschen erfolgt anschließend aerogen. Anzeichen einer Infektion sind Grippesymptome wie Fieber, Schwindel und Gliederschmerzen. Im weiteren Verlauf schädigt das Virus dann u.a. die Nieren. Das Virus ist besonders im Süden Deutschlands verbreitet, aber es treten inzwischen auch immer mehr Infektionen in den nördlichereren Landesteilen auf. In diesem Jahr sind bereits überdurchschnittlich viele Infektionen mit dem Virus beim Menschen verzeichnet worden. Bei einem Drittel der Patienten verläuft die Infektion schwer. Zum gefährdeten Personenkreis gehören Landwirte, Waldarbeiter, Jäger, Gärtner, Naturliebhaber, Hundebesitzer, Pilze-und Beerensammler. Hunde und Katzen sind jedoch für eine Infektion mit dem Virus unempfindlich.
ov-online
23.07.2010
FAO rechnet mit weiter steigender Milchnachfrage
Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO (FAO) geht von einem weiteren Anstieg der weltweiten Milchnachfrage um knapp 1 % aus.Die Nachfrage wird vor allem in den Entwicklungs- und Schwellenländern um 2,1 % auf 67,6 Kilogramm pro Kopf steigen, während in den Industrieländern mit einem rückläufigen Konsum auf 244,5 Kilogramm pro Kopf gerechnet wird. Durchschnittlich soll der weltweite Konsum demnach auf 104,6 Kilogramm pro Kopf ansteigen.
lid
22.07.2010
Menschliches Protein in Moos-Bioreaktor produziert
Früher wurde Insulin aus Schlachtabfällen gewonnen. Dieser Weg der Produktion ist längst nicht mehr der aktuelle Stand der Technik. Mittlerweile wird Insulin von Bakterien produziert. Dies hat einerseits die Produktion vereinfacht und andererseits die Möglichkeit geschaffen, auch veränderte Insuline herzustellen. An der Universität Freiburg hat man jetzt erfolgreich einen weiteren neuen Weg getestet, um Proteine produzieren zu können. Den Wissenschaftlern gelang es, in einem sogenannten Moos-Bioreaktor, der das Kleine Blasenmützenmoos Physcomitrella patens nutzt, ein Protein zu produzieren, das weltweit rund 50 Millionen Menschen fehlt und vor Altersblindheit schützen kann. Infektionsbiologen aus Jena konnten inzwischen zeigen, dass das Protein - der Komplementfaktor H - im Moos-Bioreaktor voll funktionsfähig vorliegt. Die Forscher hoffen, hiermit die Tür zu einer einfachen und kostengünstigen Möglichkeit der Arzneimittelproduktion aufgestoßen zu haben.
idw
20.07.2010
Blutschwitzen der Kälber: BVD-Impfstoff bis auf Weiteres nicht auf dem Markt
Das Kommitee für veterinärmedizinische Produkte der europäischen Arzneimittelbehörde (EMA) hat entschieden, dass der BVD-Impfstoff Pregsure BVD der Firma Pfizer bis auf Weiteres nicht auf den Markt kommen darf. Der Impfstoff wird mit dem sogenannten Blutschwitzen der Kälber (Bovine neonatale Panzytopenie) in Zusammenhang gebracht. Allerdings liegen bisher nach Ansicht der EMA nicht genügend Daten vor, die einen Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und der Erkrankung zweifelsfrei indizieren. Der Impfstoff wird sicherheitshalber solange nicht auf den Markt kommen, bis geklärt ist, inwieweit der Impfstoff an der Erkrankung betetiligt ist und ob ein sicherer Einsatz des Produktes unter bestimmten Bedingungen möglich ist.
EMA
19.07.2010
EU will Maßnehmen gegen BSE überarbeiten
Nach der erfolgreichen Bekämpfung der BSE will die EU die Maßnahmen zur Bekämpfung der Erkrankung überarbeiten. Die EU-Kommission hat einen Bericht an den Europäischen Rat und das Europäische Parlament angenommen, in dem die Strategie zur BSE-Bekämpfung für die Jahre 2010 bis 2015 dargelegt wird. Dazu gehört auch, dass das Verbot der Verfütterung bestimmter tierischer Proteine an Schweine, Geflügel und Fische aufgehoben wird. Davon ausgeschlossen bleiben soll allerdings das bestehende Verfütterungsverbot von Tiermehl an ein und dieselbe Tierart. Auch die Altersgrenzen für BSE-Tests könnten angehoben werden und die Pflicht zur Keulung von Tieren einer Geburtskohorte könnte fallen. Die Tiere könnten für den Verzehr freigegeben werden, wenn ein negativer BSE-Test vorliegt.
EU-Kommission
Niederlande lockern Q-Fieber-Restriktionen
Die Niederlande haben die bestehenden Restriktionen für Halter von Milchziegen und -schafen, die die Verbreitung des Q-Fiebers eindämmen sollen, etwas gelockert. So ist es den betroffenen Landwirten wieder gestattet, ihre Bestände aufzustocken. In den Niederlanden wurden mittlerweile 91 Schafe- und Ziegen-haltende Betriebe auf Grund des Q-Fiebers gesperrt. Im Jahr 2010 wurde 420 Fälle des Q-Fiebers beim Menschen in den Niederlanden nachgewiesen. Rund ein Viertel der Fälle wird auf Infektionen zurückgeführt, die bereits im vergangenen Jahr stattgefunden haben.
Promedmail
16.07.2010
Mecklenburg-Vorpommern veröffentlicht Aussaatgebiete von verunreinigtem Saatgut
Mecklenburg-Vorpommern hat als erstes Bundesland gegenüber den Verbänden Bioland und Greenpeace angegeben, wo genau das mit gentechnisch veränderten Organismen verunreinigte Maissaatgut ausgebracht wurde. Demnach wurde es in Mecklenburg-Vorpommern auf insgesamt 53 Hektar Fläche ausgebracht. In Niedersachsen war im April 2010 bekannt geworden, dass konventionelles Maissaatgut mit gentechnisch verändertem Saatgut verunreinigt wurde. Dieses Saatgut ist in insgesamt acht Bundesländern ausgebracht worden. Wie in Mecklenburg-Vorpommern mussten in den anderen Bundesländern die Maispflanzen vernichtet werden. Die anderen sieben Bundesländer weigern sich aber bisher, die genauen Standorte anzugeben. Greenpeace fordert jedoch, die Standorte veröffentlicht zu machen, damit Landwirte sich informieren können. Zudem müssten die Standorte in das Standortregister des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) eingetragen werden.
ots
15.07.2010
Pararauschbrand gefährdet Damwild
Die anhaltende Trockenheit und die hohen Temperaturen verwandeln kleine Gewässer schnell zu morastigen Tümpeln. Diese stellen insbesondere für das Damwild ein Infektionsrisiko mit dem Erreger des Pararauschbrandes dar, da sie diese als Wasserquelle nutzen. Der Erreger des Pararauschbrandes ist Clostridium septicum. In letzter Zeit wurde im brandenburgisches Landkreis Potsdam-Mittelmark sowie im angrenzenden Sachsen-Anhalt vermehrt verendetes Damwild aufgefunden. Untersuchungen im Landeslabor Berlin-Brandenburg wiesen eine Infektion mit dem Pararauschbranderreger nach. Eintrittspforten für den Erreger sind Verletzungen oder der Magen-Darm-Trakt. Neben Damwild können auch Schafe, Ziegen oder Muffelwild betroffen sein. Der Landkreis Potsdam-Mittelmark rät den Jagdausübungsberechtigten, verstärkt auf verendetes Wild zu achten. Das Wild sollte dann durch Eingraben möglichst schnell beseitigt werden.
Landkreis Potdam-Mittelmark
14.07.2010
EU-Staaten sollen über Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen selbst entscheiden
Die EU-Kommission will den Mitgliedsstaaten mehr Freiheiten beim Anbau gentechnisch veränderter Pflanzen einräumen. So sollen die Mitgliedsstaaten zukünftig selbst entscheiden können, ob sie den Anbau der Pflanzen in ihrem Hoheitsgebiet oder Teilen ihres Hoheitsgebietes zulassen. Damit soll nationalen und regionalen Gegebenheiten Rechnung getragen werden. Das grundsätzliche Zulassungsverfahren der EU für gentechnisch veränderte Organismen (GVO) wird von dieser Planung aber nicht berührt. So dürfen auch weiterhin nur zugelassene GVOs angebaut werden. Die EU-Kommission will mit der neuen Regelung den Bürgern verdeutlichen, dass sie ihre Bedenken zum Anbau von GVOs ernst nimmt. Dem Vorschlag der EU-Kommission müssen noch das EU-Parlament und der Europäische Rat zustimmen, bevor er in Kraft treten kann.
EU-Kommission
13.07.2010
Igel können Hautpilz auf den Menschen übertragen
Hautpilzerkrankungen beim Menschen sind keine Seltenheit. Neben der Übertragung von Mensch zu Mensch spielt auch die Übertragung von Tier zu Mensch eine Rolle. Hier sollte auch daran gedacht werden, dass Igel häufig Träger des Hautpilzes Trichophyton mentagrophytes var. erinacei sind. Dieser wird insbesondere von in Pflege genommen Igeln auf den Menschen übertragen. Während es beim Menschen oftmals zu entzündlichen Hauterkrankungen kommt, zeigeninfizierte Tiere häufig keine klinischen Anzeichen einer Erkrankung. Das Chemische und Veterinäruntersuchungsamt (CVUA) Stuttgart rät deshalb zu besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Dazu gehören z. B. das Tragen stachelsicherer Handschuhe, gründliche Handhygiene sowie eine gute Hygiene des Igelnestes. Zudem kann eine Untersuchung einer Stachel- oder Hautprobe vorgenommen werden. Bis zum Vorlegen der Ergebnisse kann es allerdings bis zu zwei Wochen dauern.
CVUA Stuttgart
12.07.2010
Empfehlungen zur Regulierung von Katzenbeständen in Baden-Württemberg
Der Landestierschutzbeirat von Baden-Württemberg, der beim Ministerium für Ernährung, Ländlichen Raum und Verbraucherschutz angesiedelt ist, hat Empfehlungen für die Regulierung von Katzenbeständen beschlossen. Der Tierschutzbeirat weist daraufhin, dass Tierheime regelmäßig mit Katzen überfüllt sind. Tierschutzvereine und engagierte Privatpersonen sind mit dem Problem auf Dauer überfordert. Der Tierschutzbeirat fordert Katzenhalter deshalb auf, ihre Tiere rechtzeitig kastrieren und kennzeichnen zu lassen. Auch Gemeinden und Tierärzte sind dazu aufgerufen, bei der Betreuung und Regulierung frei lebender Katzenbestände mitzuhelfen. Katzen aus verwilderten Populationen müssten konsequent kastriert werden.
MLR Baden-Württemberg
Erneut Melamin-belastete Milchprodukte in China
Zwei Jahre ist der Skandal um mit Melamin verunreinigte Milchprodukte her. Damals war vor allem Milchpulver betroffen und hatte zur Erkrankung von fast 300.000 Säuglingen geführt. Die Verantwortlichen wurden hingerichtet. Nach einem Bericht der New York Times sind in China jetzt erneut mit Melamin verunreinigte Milchprodukte aufgetaucht. Betroffen ist die westliche chinesische Provinz Quinghai. Dort wurden 76 Tonnen belasteter Inhaltsstoffe sichergestellt. Der Besitzer des Unternehmens sowie ein Mitarbeiter wurden in Polizeigewahrsam genommen.
New York Times
Höhere Hundesteuer für bissige Hunde zulässig
Das Verwaltungsgericht Gießen hat in einem Urteil entschieden, dass die Hundesteuer für Tiere, die bereits gebissen haben, höher sein darf, als für nicht auffällig gewordene Hunde. Eine Gemeinde hatte die Steuer für einen Hund, der einen Nachbarn ohne Anlaß gebissen hatte, von 30 auf 600 Euro im Jahr erhöht. Dagegen hatte die Halterin geklagt. Das Gericht entschied, dass die Erhöhung der Hundesteuer der Halterin das Halten des Hundes nicht unmöglich mache, sondern nur erschwere. Dies sah das Gericht als legitim an. Es sei nicht zu beanstanden, dass die Gemeinde versuche, über eine höhere Hundesteuer die Haltung gefährlicher Hunde einzudämmen, wie der Hessische Rundfunk berichtet.
Hessisches Rundfunk
09.07.2010
Häufung von durch Clostridium estherteticum verdorbenem Rindfleisch
Rindfleisch wird häufig für einige Wochen in Vakuumbeuteln gelagert, damit es reift. Genau die dabei herrschenden Bedingungen sind aber optimal für einen bisher wenig populären Keim, der zur Verderbnis des Fleisches führen kann. Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mitteilt, häufen sich nach Befunden des Max-Rubner-Instituts Fälle der Verderbnis durch den Keim Clostridium estherteticum. Die betroffenen Beutel blähen sich auf und es geht ein übler Geruch vom Fleisch auf. Das betroffene Fleisch ist für den Verzehr nicht mehr geeignet. Eine Gesundheitsgefährdung ist nach einer ersten Risikoeinschätzung des BfR aber eher unwahrscheinlich. Allerdings liegen bisher nur wenige Daten zu dem Bakterium vor, so dass es sich nur um eine vorläufige Bewertung handelt.
BfR
08.07.2010
Elektronische Kennzeichnung von Schafen und Ziegen
Seit dem 1. Januar müssen Schafe und Ziegen elektronisch gekennzeichnet werden. Darauf weist das Sächsische Ministerium für Soziales und Verbraucherschutz (SMS) hin. Die Tiere müssen innerhalb von neun Monaten nach ihren Geburt bzw. bevor sie den Herkunftsbestand verlassen entsprechend gekennzeichnet werden. In Sachsen stehen nach einem aufwendigen Zulassungsverfahren jetzt die notwendigen Ohrmarken und Boli zur Verfügung und können ab sofort beim Sächsischen Landeskontrollverband e.V. bestellt werden. Nur Masttiere, die innerhalb des ersten Lebensjahres in Deutschland geschlachtet werden, dürfen weiterhin alleine mit einer herkömmlichen Ohrmarke gekennzeichnet werden.
SMS
Landwirte und Politiker gegen Patente auf Pflanzen und Tiere
Gegen ein Verbot von Patenten auf Tiere und Pflanzen haben sich sowohl das Bundeslandwirtschaftsministerium als auch der Deutsche Bauernverband (DBV) ausgesprochen. Agrarstaatssekretärin Julia Klöckner (CDU) sagte am Mittwoch in Berlin: "Wir dürfen niemandem exklusive Rechte oder gar die Kontrolle über Nutztiere und Nutzpflanzen einräumen". Der Präsident des DBV, Gerd Sonnleitner, forderte ebenfalls ein Verbot der Patentierung, auch von Bestandteilen wie Gen-Sequenzen. Die Biopatentierung könne zu einer Verengung des Pools an tier- und pflanzengenetischen Ressourcen führen, wie der Wissenschaftliche Beirat für Biodiversität und genetische Ressourcen befürchtet. So könne die Patentierung von Nutztieren und Nutzpflanzen besonders kleine Höfe und die Züchter unter wirtschaftlichen Druck setzt. Das ergab ein Gutachten. Solche Patente könnten auch die Artenvielfalt einschränken, heißt es darin. In der EU sind zwar derzeit Patente von Tierrassen und Pflanzensorten grundsätzlich verboten, das Europäische Patentamt erlaubt allerdings Patente auf Züchtungsverfahren.
Agrarheute.com
EU-Parlamentarier fordern Verbot von Lebensmitteln von geklonten Tieren
Die Abgeordneten des EU-Parlamentes haben ihren Aufruf zum Verbot von Lebensmitteln von geklonten Tieren erneuert. Bisher gibt es keine spezifischen Regeln in der EU, die ausdrücklich Molkereiprodukte und Fleisch von geklonten Tieren zulassen oder verbieten. Entgegen dem Vorhaben von EU-Rat und EU-Kommission wollen die EU-Parlamentarier entsprechende Regeln nicht in die Regelungen zu Novel Food einbeziehen. Zudem sollen Regeln eingeführt werden, die explizit Lebensmittel von geklonten Tiere und ihren Nachkommen verbieten. Die Parlamentarier führen dafür an, dass geklonte Tiere unverhältnismäßig oft an Krankheiten und Fehlbildungen leiden und zudem vorzeitig sterben.
EU-Parlament
WSPA begrüßt Gerichtsentscheid zu Eier-Siegel
Die Deutsche Vereinigung für Geflügelwissenschaften e.V. (Deutsche Gruppe der WPSA, Worlds Poultry Science Association) vergibt für Eier aus Öko-, Freiland-, Boden- oder Kleingruppenhaltung ein Siegel "tiergerechte Haltungsform". Voraussetzung dafür ist, dass die Nutzer einen Kriterienkatalog erfüllen, sich einer unabhängigen Kontrolle unterziehen und Daten für wissenschaftliche Vergleiche zur Verfügung stellen. Vor dem Oldenburger Oberlandesgericht war dagegen geklagt worden, dass dieses Siegel auch auf Eiern aus der sogenannten Kleingruppenhaltung Anwendung findet. Das Gericht wies dieses Ansinnen zurück. Allerdings soll es zu einigen Klarstellungen bezüglich des Siegels kommen. So weist das Siegel-Logo zukünftig auch auf das deutsche Tierschutzrecht hin. Zudem wollte der Verein für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e.V. (KAT) seinen Mitgliedern untersagen, neben dem eigenen Siegel weitere Siegel zu führen. Das Bundeskartellamt hat die KAT aufgefordert, dieses Ansinnen einzustellen.
ots
07.07.2010
Neuer MKS-Fall in Japan zerstört Hoffnung auf Ende der Restriktionen
In der japanischen Provinz Miyazaki ist ein nach Medienberichten der erste Fall der Maul- und Klauenseuche (MKS) seit dem 18. Juli aufgetreten. Damit wären die Hoffnungen auf ein Ende der Restriktionen auf Grund der MKS verflogen. Die Behörden beenden die Restriktionen erst 21 Tage nachdem die letzten Tiere auf den von der MKS betroffenen Betrieben unschädlich beseitigt wurden. Seit Beginn der Seuche wurden in Japan mehr als 276.000 Rinder und Schweine getötet.
Europas modernster Forschungstomograph in der Tiermedizin eingeweiht
Am Berliner Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung (IZW) wurde der europaweit modernste Computertomograph in der Forschung für die Tiermedizin eingeweiht. Mit dem neuen Gerät können die Wissenschaftler das Innenleben lebender und toter Wildtiere, tierischer Patienten sowie von Museums- und Archivmaterial in bisher nicht gekannter Detailtreue darstellen. Die Beschaffung des Gerätes wurde mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung ermöglicht. Um dauerhaft einen kostenneutralen Betrieb zu ermöglichen, wird an einem Servicemodell für die Auftragsuntersuchung von Haus- und Heimtieren in enger Zusammenarbeit mit Tierärzten und Tierkliniken gearbeitet.
idw
06.07.2010
Hähnchenfiletstreifen müssen aus Hähnchenfiletstreifen bestehen
Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) hatte die Bezeichnung von Produkten eines Anbieters beanstandet, da diese als "Hähnchen-Filetstreifen, gebraten" in Verkrehr gebracht worden waren. Allerdings bestand dieses Produkt nicht aus gewachsenen Hähnchenfiletstreifen, sondern aus z. T. fein zerkleinerten Anteilen. Die betroffene Firma hatte vor dem Verwaltungsgericht Klage dagegen eingereicht. Das Gericht hatte die Klage abgewiesen, da die Bezeichnung des Produktes geeignet sei, die Verbraucher über die tatsächliche Beschaffenheit zu täuschen. Auch das Niedersächsische Oberverwaltungsgericht hat die Berufung gegen die Entscheidung abgewiesen, da das Produkt einen erheblichen Zerkleinerungsgrad aufweist, mit der gewählten Bezeichnung aber in unzulässiger Weise mit traditionell handwerklich hergestellten Erzeugnissen gleichgesetzt wird. Das Produkt wird nach Auffassung des Gerichts durch die Bezeichnung den Erwartungen des Durchschnittsverbrauchers nicht gerecht.
OVG Niedersachsen
02.07.2010
Tiermedizinische Fachangestellte haben seit 1.7. Anrecht auf mehr Gehalt
Am 1.7.2010 ist eine weitere Stufe des gültigen Tarifvertrages für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA) in Kraft getreten. Das teilte der Verband medizinischer Fachberufe e.V. am gestrigen Donnerstag mit. Damit erhöhen sich die Tarifgehälter für diese Berufsgruppe nochmals um zwei Prozent. Der Vertrag war im Dezember 2008 vom Verband medizinischer Fachberufe e.V. und vom Bundesverband praktizierender Tierärzte (bpt) unterzeichnet worden. Er gilt automatisch für alle Tiermedizinischen Fachangestellten, die Mitglied im Verband medizinischer Fachberufe sind und deren Arbeitgeber/in Mitglied im bpt ist. Tarifbindung kann zudem über den Arbeitsvertrag vereinbart werden.
VMF
MKS: Hoffnung in Japan
In Japan besteht die Hoffnung, die weitere Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche (MKS) eindämmen zu können. Wie der japanische Premierminister Naoto Kan mitteilte, ist seit rund 10 Tagen kein neuer Fall in der betroffenen Provinz Miyazaki aufgetreten. Trotzdem dürfe man bei der Überwachung nicht nachlassen. Als nächstes stehe die Tötung der gegen das Virus geimpften Tiere an.
Promedmail
Rinderbestand leicht gesunken
Die Zahl der gehaltenen Rinder in Deutschland ist nach Angaben des Deutschen Statistischen Bundesamtes (destatis) zum Stichtag 3. Mai 2010 leicht um 0,7 Prozent gegenüber der Erhebung vom November 2009 auf 12,8 Millionen Stück gesunken. Die darin enthaltene Anzahl der Kühe ist demgegenüber jedoch leicht um 0,3 Prozent auf 4,18 Millionen Stück angestiegen. Die Zahl der Rinderhaltungen ist dagegen deutlich um 2,7 Prozent auf nur noch 176.000 gesunken. Zum gleichen Stichtag wurden 26,5 Millionen Schweine in Deutschland gehalten. Vergleichszahlen legt destatis hier nicht vor, da die Art der Erhebung verändert wurde. So wurde die untere Erfassungsgrenze angehoben, um die Auskunftspflichtigen zu entlasten. Dies führte dann dazu, dass rund 20.000 kleinere Betriebe, die Schweine halten, nicht mehr erfasst wurden.
destatis
Schweiz verstärkt wegen Tollwut in Italien die Vorsorgemaßnahmen
Im Nordosten Italiens hat es in letzter Zeit zahlreiche Tollwutfälle bei Füchsen gegeben. Seit 2008 sind dort inzwischen rund 250 Fälle der Erkrankung vor allem bei Füchsen aufgetreten. Italien hat unterdessen mit der Impfung von Füchsen mittels Impfködern begonnen. Aber auch die Schweiz wappnet sich jetzt, um ein Übergreifen der Erkrankung möglichst zu verhindern, wie das Bundesamt für Veterinärwesen (BVET) mitteilt. Da die Erkrankung nur noch rund 100 Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt ist, kann mittelfristig ein Übergreifen nicht ausgeschlossen werden. Deshalb werden im Kanton die Überwachungsmaßnahmen verstärkt. Wildhüter müssen tot aufgefundene, kranke und verhaltensauffällige Tiere zur Untersuchung einschicken. Zudem bereiten sich die zuständigen Behörden darauf vor, Impfmaßnahmen bei Füchsen durchzuführen. Die Schweiz ist seit 1998 frei von der Tollwut. Es wird vermutet, dass die Tollwut durch befallene Tiere aus Osteuropa nach Italien eingetragen worden.
BVET
Brandzeichen bei Fohlen nicht mehr notwendig
Seit einem Jahr ist die neue Kennzeichnungsregelung für Einhufer gültig. Seitdem müssen alle Fohlen mit einem Transponder gekennzeichnet werden, der alle wichtigen Daten des Tieres enthält. Trotz dieser Pflicht zur Identifizierung praktizieren Pferdezuchtverbände weiterhin den Heißbrand, bei dem das Pferd mit dem Brandzeichen des jeweiligen Zuchtverbandes markiert wird. Die Bundestierärztekammer (BTK) hält diese Kennzeichnung aus tierschutzrechtlicher Sicht für nicht mehr vertretbar, da die Kennzeichnung des Tieres ja bereits durch den Transponder erfolgt ist. Beim Erstellen des Brandzeichens erleiden die Fohlen eine hochgradige Verbrennung, die narbig ausheilt und ohne Schmerzbehandlung durchgeführt wird. Die BTK fordert deshalb, dass die Ausnahmeregelung im Tierschutzgesetz aufgehoben wird, da den Pferden beim Brennen grundlos Schmerzen zugefügt werden. Die BTK wirbt dafür, die Markenzeichen der Verbände stattdessen auf Sattel- oder Pferdedecken anzubringen.
BTK
Wir über uns
